Die Dunkle Biene - Bedrohtes Wildtier und unser Kulturerbe.


Die Dunkle Biene Apis mellifera mellifera hatte bis in die 1850er Jahre ihren natürlichen Verbreitungsraum von den Pyrenäen, bis zum Ural und von der Alpennordseite bis Südskandinavien. Sie war somit auch in Deutschland die einzige natürlich vorkommende Bienenrasse.

Morphologisch unterscheidet sie sich von anderen Unterarten der Westlicher Honigbiene in Ihrem Flügelgeäder. Sie besitzt einen mittleren Kubitalindex der im Schnitt unter 1,9 liegt, bei einzelnen Bienen nicht über 2,16, eine negative Discoidal-Verschiebung und einen Hantelindex unter 0,94. In ihrem Äußerem weist sie am Hinterleib schmale bis mittelbreite, schüttere Filzbinden und besitzt auf der zweitletzten Rückenschuppe langes bis mittellanges Überhaar. Ihr Hinterleib ist Dunkel ohne helle Farbeinschlüsse . Die Nordbiene, wie sie auch genannt wird, zeichnet sich aus durch ihre Sanftmut, einen vorsichtigen, „flachen“ Brutrhythmus, ein kompaktes Brutnest, einer guten Fluglochverteidigung und einem sparsamen Umgang mit Vorräten, verbunden mit einer überaus guten Winterhärte.

Die Kälteresistenz und die ausgeprägte Flugkraft auch bei windigem Wetter resultieren aus der Tatsache heraus, dass sich von allen europäischen Unterarten der Honigbiene lediglich die Dunkle Biene auf natürlichem Wege an das kontinentale Klima in Mittel -, und Nordeuropa perfekt anpassen konnte. In Gegenden mit magerer Tracht im Frühjahr und mit Heide- oder Waldtracht im August mag diese Biene anderen Rassen sogar überlegen sein. Sie ist die einzige nördlich der Alpen, Pyrenäen und der Hohen Tatra natürlich vorkommende, heimische Biene und deshalb schützenswert.

In vielen Ländern Europas haben sich Imker, Züchter und Artenschützer zusammengefunden um die Dunkle Biene vor dem Aussterben zu bewahren. Jeder Imker dem die heimische Fauna und Flora am Herzen liegt, egal ob in der Stadt oder auf dem Land, ob Berufs- oder Hobbyimker, ist von uns eingeladen die dunkle Schönheit kennenzulernen und ihr Fortbestehen mit zu sichern. In Schweden, Norwegen, Großbritannien und der Schweiz bestehen bereits seit einigen Jahren Vereinigungen zum Erhalt der dort vorkommenden Mellifera. In
anderen Ländern wie Belgien, Finnland, Dänemark, Österreich und Polen wird der Erhalt der Nordbiene von Privatleuten, Instituten und staatlichen Behörden gefördert. Alle diese Gemeinschaften sind in der SICAMM, dem internationalen Dachverband zum Schutz der Dunklen Biene, zusammengeschlossen.

Um die als ursprünglich einzige natürlich in Mitteleuropa vorkommende Unterart der westlichen Honigbiene vor dem Aussterben zu bewahren, ihre Verbreitung in Deutschland zu fördern, sowie die Zusammenarbeit der in Deutschland an der Erhaltungszucht interessierten Imker und Ihre Bemühungen zur Rettung genetischen Materials der Dunkle Biene in seiner ganzen Bandbreite zu unterstützen und zu verbessern, entstand der Zuchtverband Dunkle Biene Deutschland e.V.