Herkunft & Geschichte
Die Dunkle Europäische Biene (Apis mellifera mellifera) ist die ursprüngliche Honigbiene Nordeuropas. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckte sich historisch von den Britischen Inseln über Skandinavien bis in den Alpenraum und nach Nordosteuropa. Sie gilt als erste Honigbiene, die sich nach der letzten Eiszeit in Mitteleuropa ausgebreitet hat.
Durch ihre lange Isolation in nördlichen Klimazonen entwickelte sie sich zu einer anpassungsfähigen, widerstandsfähigen Bienenrasse. Charakteristisch sind ihr gedrungener Körperbau, eine dunkle chitinöse Panzerung sowie eine vergleichsweise ruhige, aber verteidigungsbereite Art.
Bis ins 20. Jahrhundert war sie in Deutschland die vorherrschende Bienenrasse. Mit dem Aufkommen leistungsorientierter Zuchtprogramme und der Einführung südeuropäischer Bienenrassen – insbesondere der Carnica und der Buckfast – wurde die Dunkle Biene zunehmend verdrängt. In vielen Regionen ist sie heute nahezu verschwunden oder stark eingekreuzt.
Seit den 1980er-Jahren gibt es jedoch europaweit Initiativen zur Erhaltung dieser genetisch eigenständigen Biene. Auch in Deutschland haben sich Imkerinnen und Imker zusammengefunden, um die Dunkle Biene nach strengen Zuchtkriterien zu erhalten und wieder in ausgewählten Regionen heimisch zu machen.
Der Zuchtverband Dunkle Biene Deutschland e.V. fördert die Reinzucht, schützt ihre genetische Integrität und setzt sich für einen respektvollen, naturnahen Umgang mit dieser traditionsreichen Bienenrasse ein.


